+++ Es ist warm, die Sonne scheint und ich genieße den
Fahrtwind während ich entspannt auf dem Moto sitze. „Da vorne rechts“, sage ich zum Fahrer und
deute auf unsere Straße. Vor unserem Haus lässt er mich absteigen. Ich bezahle.
„Merci, Monsieur. Bonne journée!“ +++
Das ist eine Szene, wie ich sie fast täglich erlebe zum
Beispiel, wenn ich von der Arbeit komme. Es ist Alltag geworden und ich mag es.
Noch schöner ist es, wenn es dunkel ist und die Straßen leerer und ruhiger sind.
Das ist ein Gefühl von Freiheit. Wenn ich manchmal so auf dem Moto durch Lomé
fahre, kann ich kaum glauben, dass ich das Glück habe ein Jahr in dieser Stadt
leben zu dürfen!
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| Bon nuit! – Ein schöner Tag neigt sich dem Ende... |
Ich habe mich gut eingelebt, es ist nichtmehr nur Urlaub, es
ist mehr. Unser Zimmer sieht bewohnt aus, in der WG sind wir inzwischen ein
gutes Team, wir haben hier Freunde gefunden, unternehmen etwas zusammen, lachen
und reden.
Letzte Woche Mittwoch waren wir, Mara, Anicet, Chryst und ich,
z.B. im Goethe-Institut Lomé und haben
uns ein Theaterstück zum Thema Flucht angeschaut! Auch wenn ich nicht alles auf
Französisch verstanden habe war es toll! Natürlich ist es ein ernstes Thema,
aber durchaus mit Witzen inszeniert. Danach haben wir noch lange über diverse
Themen geredet, es war ein schöner Abend und ich hatte das Gefühl richtig
angekommen zu sein. Ich fühle mich unglaublich wohl hier!
Wenn ich von Alltag rede, meine ich das im positiven Sinne.
Dann meine ich zum Beispiel die Motofahrten bei denen ich ganz
selbstverständlich um den Preis verhandle und mich sicher fühle oder das
Brotkaufen jeden Morgen bei der selben Verkäuferin, die uns schon mit „À
demain!“ (Bis Morgen) verabschiedet.
Ich begegne hier so vielen netten Menschen und es sind so
viele kleine Momente die mich glücklich machen! Wenn wir durch unsere Straße
laufen kommen die Kinder mit „Gib mit 5!“-mäßig ausgestreckter Hand und wollen,
dass wir einschlagen. Lea hat damit begonnen und jetzt kommen sie bei uns alle,
wenn sie uns sehen! Total süß!!
Und auch auf der Arbeit sind die Leute total nett. Morgens
um 9Uhr soll ich immer da sein, dann lernt der Direktor mit mir
Gebärdensprache. Einzelunterricht ist sehr effektiv kann ich sagen! Bevor ich
gehe kann ich meist noch mit einigen Kollegen reden und gleich anwenden was ich
gelernt habe. Nicht alle sind gehörlos, aber alle können Gebärdensprache und
die Hörenden reden dann parallel Französisch. So lief das auch am Montag bei
der Konferenz der Lehrer eine Woche vor Schulbeginn ab. Es wurde einiges Organisatorisches
besprochen, u.a. auch Sachen, die besser gemacht werden sollen als letztes
Jahr. Ich fand das total gut und wichtig, diesen Austausch auch über Probleme
und ich freue mich total auf das kommende Jahr - Nicht nur auf die Arbeit
sondern auf den ganzen Tag.
Es sind so viele kleine Momente und Kleinigkeiten, die jeden
Tag irgendwie besonders machen!
Momente wie dieser:
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Auf der Dachterrasse sitzen, Musik hören und diesen traumhaft schönen Himmel sehen!
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Oder später wieder auf der Dachterasse gemeinsam zu Abend essen
– gefüllte Zucchini und Reis. Super lecker!
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„WG-Candle-Light-Dinner“ – naja fast... Die Kerzen sind immer wieder ausgegangen, stattdessen gab es eine Lichterkette. Ein richtig gemütlicher Mädelsabend!
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Oder, oder, oder....
Ihr seht es sind viele kleine Momente und auch wenn ich an
manchen Tage nichts oder nicht viel tue gehe ich doch zufrieden ins Bett bis
ein neuer Tag beginnt, der sicherlich auch schön werden wird!
Alles Liebe, Eure Alina




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